Jusos BW: „Für ein Klima der Toleranz und der Anerkennung in Baden-Württemberg“

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Gemeinsame Pressemitteilung vom 30. Juli 2009 von Jusos Baden-Württemberg, Grüner Jugend Baden-Württemberg und 'solid Baden-Württemberg zum CSD in Stuttgart

Anlässlich der großen Polit-Parade zum diesjährigen Christopher-Street-Day in Stuttgart am 01. August 2009 erklären Agnieszka Malczak und Oliver Hildenbrand (Landesvorsitzende GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg), Frederick Brütting (Landesvorsitzender JUSOS Baden-Württemberg) und Christoph Ozasek (Landessprecher Linksjugend ['solid] Baden-Württemberg) in einer gemeinsamen Pressemitteilung:

Der Christopher-Street-Day (CSD) in Stuttgart macht Mut! - Hundertausende Menschen auf Stuttgarts Straßen werden die CSD-Parade am kommenden Samstag wieder zu einem bunten Fest für Toleranz und Anerkennung machen, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender für ihre Recht auf die Straße gehen und die volle rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung einfordern, die ihnen bis heute verwehrt wird.

Der CSD in Stuttgart macht Mut für ein Klima der Toleranz und Anerkennung, das in Baden-Württemberg dringend notwendig ist: Erst kürzlich hat die CDU/FDP-Landesregierung erneut bewiesen, dass Lesben und Schwule für sie Menschen zweiter Klasse sind. Die Standesämter bleiben homosexuellen Paaren zur Eintragung ihrer LebenspartnerInnenschaften weiterhin verschlossen, stattdessen werden sie in schmucklose Hinterzimmer von Landratsämtern verbannt. Dieser peinliche baden-württembergische Sonderweg ist eine handfeste Diskriminierung!

Dass die Oettinger-CDU mal wieder ideologische Trutzburg spielt, wundert uns leider nicht. Aber dass die FDP als Regierungspartner auch in dieser Frage derart in die Knie geht und es zulässt, dass die mittelalterliche Mentalität in Baden-Württemberg weitergeführt wird, ist mehr als ärgerlich.
- Liebe FDP, so bleibt euer Reden über Gleichberechtigung und Freiheit nur heiße Luft!

Auf unsere scharfe Kritik stoßen auch die unsäglichen Äußerungen der Stuttgarter Priesterbruderschaft St. Pius X. Diese hatte in einem Aufruf zu einer Gegendemonstration zum CSD Stuttgart ihren Protest gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Verbindung mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus gebracht. - Diese rückwärtsgewandten Fundamentalisten gehören endlich in die Schranken gewiesen! Wir sind geschockt über diese neue, unhaltbare Dimension der Hetze gegen Lesben und Schwule. Es darf nicht sein, dass unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit eine Gruppe von Menschen derart herabgewürdigt und beleidigt wird.

Gerade vor dem Hintergrund der Homosexuellenverfolgungen in Nazi-Deutschland sind die Äußerungen eine bodenlose Unverschämtheit und haben nichts mehr der geschichtlichen Realität zu tun. Wir hoffen, dass die gesamte Bevölkerung ihre Solidarität mit Lesben, Schwulen und Transgendern auf die Straße tragen wird und dem jämmerlichen Grüppchen von Rückwärtsgewandten bei ihrer Gegendemonstration am Marienplatz wie in den vergangenen beiden Jahren zeigen wird, dass solche Hassbotschaften in einer offenen und toleranten Gesellschaft keinen Platz haben!

Wir fordern gleiche Rechte und gleiche Pflichten für gleiche Liebe: Wir wollen die volle Gleichstellung von eingetragenen LebenspartnerInnenschaften in allen Bereichen, z.B. im Steuer-, Pflege- und BeamtInnenrecht. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Homosexuellen endlich das volle Adoptionsrecht gewährt wird. Die kürzlich vom Bundesjustizministerium veröffentlichte Studie belegt eindeutig, dass sich Kinder, die in Eingetragenen LebenspartnerInnenschaften oder Regenbogenfamilien aufwachsen, genauso gut und prächtig entwickeln wie Kinder, die in klassischen Familienformen groß werden. Zudem sehen wir in der Landespolitik dringenden Handlungsbedarf beim Ausbau der Beratungsangebote und der Coming-Out-Hilfe, sowie im Bildungsbereich: Eine gleichberechtigte Darstellung von nicht-heterosexuellen Lebensweisen muss endlich fest in den Lehrplänen verankert werden.

 

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