Aufruf der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg zum Bildungsstreik und den Demonstrationen am 09. Juni 2010

Juso-Hochschulgruppe

„Chancengerechtigkeit ist im deutschen Bildungssystem immer noch ein Fremdwort“, so Raimund Kaiser, Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg. „Menschen werden weiterhin aus verschiedenen Gründen wie der ethnischen oder sozialen Herkunft diskriminiert. Das ist für uns völlig inakzeptabel.“ So hat eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung erst vor kurzem aufgezeigt, dass von 100 Kindern, deren Eltern einen akademischen Abschluss haben, 83 ein Studium beginnen, während von 100 aus nichtakademischen Elternhäusern, nur 23 es gleich weit schaffen.

Der Juso führt fort: „Statt aber diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen, werden sie mit Steuergeldern ausgebaut.“ So werden bei den neu eingeführten Zukunftskonten private Einzahlungen bezuschusst. Kinder aus Familien, die nichts zurücklegen können, haben also keine Möglichkeit auf eine Förderung und werden damit gezielt benachteiligt. Statt die soziale Selektion zu verschärfen, sollte lieber die chronische Unterfinanzierung im Bildungsbereich angegangen werden.

„Da ist es purer Hohn, wenn die konservativen Ministerpräsidenten, die im letzten Jahr durch den Bildungsstreik erkämpfte und dringend notwendige BAföG-Erhöhung blockieren“, ergänzt Jessica Rauch, Sprecherin der Landes-Asten-Konferenz Baden-Württemberg und fügt hinzu:
„Zentral ist für uns die Mitbestimmung an den Bildungseinrichtungen.
Neben Baden-Württemberg weigert sich nur noch Bayern, sie den Studierenden in Form der Verfassten Studierendenschaft zuzugestehen. Für uns ist klar: Die Studierenden brauchen eine starke Stimme, damit an den Hochschulen und im Land Politik nicht gegen, sondern mit ihnen gemacht wird.“

Wenn Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Gewerkschaften und andere Gruppierungen gemeinsam auf die Straße gehen, dann unterstreicht das für die Jusos deutlich das Ausmaß der Unzufriedenheit mit der aktuellen Bildungspolitik. Es ist dringend notwendig, die Probleme im Bildungssystem in der Öffentlichkeit zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Die Juso-Hochschulgruppen werden sich weiterhin aktiv einbringen, um den Protest für den freien und gerechten Zugang zu Bildung, mehr demokratischer Mitbestimmung und Chancengerechtigkeit voran zu treiben. Darum rufen wir zur Teilnahme am Bildungsstreik und den dezentralen Demonstrationen am Mittwoch den 09. Juni 2010 auf. Gemeinsam setzen wir ein klares Zeichen für eine bessere Bildung!

Für Rückfragen steht Ihnen Raimund Kaiser unter 0163 / 6 39 63 74 gerne zur Verfügung.

 

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